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Lesen Sie hier die Antwort von Dr. Dagmar Enkelmann, Die Linke, Mitglied des Bundestages:

per Brief am 23.10.2007

Sehr geehrter Herr ...,

Ihre Mail an mich, in der Sie auf die momentane Lage der Familien in diesem Lande aufmerksam machen, habe ich mit Aufmerksamkeit zur Kenntnis genommen.

Ich lehne es allerdings ab, wie von Ihnen verlangt, die gegenwärtige Familienpolitik durch Noten zu bewerten. Sicher werden die, wie Sie formulieren, "kindbedingten Lasten" durch die derzeitige Steuer- und Haushaltpolitik der Großen Koalition für die Familien keineswegs ausgeglichen. In diesem Sinne spricht sich die Fraktion DIE LINKE auch dafür aus, in einem ersten Schritt das Kindergeld für jedes Kind auf 250 Euro anzuheben und künftig eine Kindergrundsicherung einzuführen. Weitere familienpolitische Forderungen der LINKEN können Sie dem beigelegten Entschließungsantrag meiner Fraktion zum 7. Familienbericht der Bundesregierung entnehmen.

Wenn Sie mir noch eine Bemerkung gestatten: Ich finde es kontraproduktiv, tatsächliche oder vermeintliche Ungerechtigkeiten zwischen Familien und Kinderlosen zu überhöhen. Die entscheidende Trennlinie in dieser Gesellschaft verläuft nicht zwischen diesen beiden Gruppen oder, wie mancher annimmt, zwischen Jung und Alt sondern zwischen Arm und Reich. Hier gilt es vor allem, wieder soziale Gerechtigkeit herzustellen und Großunternehmen, Großverdiener und Vermögende ihren Beitrag zum Gemeinwesen leisten zu lassen.

Kinder zu bekommen - und ich habe drei eigene -, ist zudem eine zutiefst menschliche Entscheidung. Kinder dienen auch nicht dazu, demografische Probleme zu lösen. Und es kommt auch nicht darauf an, ob es "eigene", an Kindesstatt angenommene oder gänzlich fernstehende Kinder sind, die man durch persönliche und politische Aktivitäten unterstützt. Letztlich entscheidend ist, dass jedes Kind glücklich aufwachsen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dagmar Enkelmann

 

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